Woche 9 – Wo bleiben die Beschwerden?

von Enno Bunger

Enno stellt mir die Frage, ab wann ich betroffen bin. Ich bin so gut darin, offensichtliches Leid und große Ungerechtigkeit im Leben anderer zu ignorieren, mich davon weit entfernt zu fühlen, dass es einer bewussten, eigenen Anstrengung bedarf, sensibel zu werden und Mitgefühl zu entwickeln. Die Informationen darüber zu vertuschen ist deshalb so furchtbar, weil es eben bewirkt, dass wir uns nicht beschweren, aus Unsicherheit darüber, was eigentlich war. Aus “Da muss ich was sagen!” wird “Dazu kann ich nichts sagen.” – diese Tür schlägt so leicht zu.

Dieser Song erinnert mich: Rassismus ist nichts, was uns allen einfach so passiert und wo niemand was für kann. Es gibt Menschen die wollen das, die freuen sich darüber und organisieren sich unter dem Hass auf andere Menschen als sei es ein gemeinsames Hobby, eine Frage des Geschmacks, aber auch das, was wirklich zählt im Leben.

Abseits davon: Enno Bunger ist einfach phantastisch. Seit meinem ersten und merkwürdigerweise einzigen Konzertbesuch auf einer Kuhweide in Verden wird dieser Mensch am Rande meiner Aufmerksamkeit nunmehr über 10 Jahre lang am offenen Herzen operiert und gießt das Erlebnis in Songs.

Wie man von Einzelfällen sprechen kann?

Ich werd’ es nie verstehen.

Es gibt Menschen, die das wollen,

die das alles gerne sehen.

Enno Bunger