Woche 6 – Wintergatan

Wieder ein Kanal mit einer CNC-Fräse! Seit einigen Jahren verfolge ich Martin Molin und seine Band Wintergatan. Er ist nicht nur ein super Komponist und Produzent, sondern auch Erfinder und selbstgelernter Ingenieur. Ich bewundere seine Kreativität, sympathisiere mit seiner enormen Detailversessenheit und seinem Perfektionismus und bin gerade deshalb umso stärker beeindruckt und inspiriert von seinem jahrelangen Lern- und Lebensweg, der sich um ein unanständig ambitioniertes Projekt windet.

2016 ist er mit einem viralen Video schlagartig international bekannt geworden. Nach einem Besuch im Speelklok Museum in Utrecht hat er 14 Monate an einem programmierbaren Instrument gebaut, das mit einem Schwungrad 2000 Murmeln bewegt, um einen Song zu spielen, der mich seitdem nicht mehr loslässt (>175 Mio. Views bis heute).

Hier schaut sich Martin ein Jahr später einen Zusammenschnitt von etlichen Coverversionen aus der YouTube-Community an. Meine persönlichen Favoriten sind die Minecraft-Covers (weil ich mir vorstellen kann, wie viel Arbeit die Programmierung macht), das Gitarren-Solo von Ubaldo B und die Adaption des DHS Orchestra um Kurt Weidmann.

Ich habe mich total über die 2017 gestartete Videoserie mit dem Speelklok Museum in Utrecht gefreut, wo in einer ganzen Reihe von Besuchen besondere mechanische Instrumente aus der Sammlung vorgestellt werden. Hier das Auftaktvideo zur Serie.

Besonders gut ist die Folge mit einer Führung durch den Utrechter Domturm, wo die Glockenspielerin den Marble-Machine-Song manuell auf dem Carillion spielt, sodass er durch die ganze Stadt klingt.

Zusätzlich hat sich Martin ein absolutes Mammutprojekt aufgehalst, an dem er seit einigen Jahren stetig arbeitet und seinen Prozess dokumentiert. Das Ziel ist einfach: Aus der Idee der Marble-Machine heraus ein stabiles und zuverlässiges Instrument bauen, ein Album aufnehmen und gemeinsam mit seiner Band auf eine Weltournee gehen. Ich profitiere unheimlich von seinen Einsichten in Organisation, Projektmanagement, ergebnisorientiertes Design, das Lernen neuer Skills, die Reflexion über die eigene Anspruchshaltung, den Umgang mit Rückschlägen und noch so vieles mehr. Martin Molin, seine Musik und seine verrückten Idee sind eine stetige Quelle der Erheiterung und besondere Inspiration für mich, die mich ermuntert, selber verrückte Sachen anzugehen, wie z.B. für den Bundestag zu kandideren! Ich möchte beispielhaft zwei Meilensteine zeigen: