Woche 4 – Adam Neely

Wenn nicht gerade die Welt untergehen würde, wäre ich lieber Musiker geworden. Deshalb interessiere ich mich sehr für Musik-Content auf YouTube. Dabei bin ich von verschiedenen Seiten aus unabhängig voneinander bei dem New Yorker Jazz-Bassisten und Komponisten Adam Neely gelandet. Seitdem bin ich regelmäßig begeistert von seiner Arbeit, die gleichzeitig unterhaltsam und einleuchtend ist.

Charakteristisch für den Kanal sind die kurzweiligen Infotainment-Inhalte, wie der Blick auf die Musiktheorie hinter Tik Tok Sea Shanties, das erstaunlich gut gelungene Umschreiben von Weihnachtsliedern auf einen 15/16-Rhythmus, oder eine eskalierte Spielerei mit Musik-YouTuber Paul Davids, bei der die beiden zehn Minuten lang Polyrhythmen mit Schütteleiern jonglieren.

Zwischendrin bohrt Adam Neely aber auch richtig dicke Bretter, wie bei dieser Reharmonisierung von Adeles “Hello”, die richtig knallt.

In meinem Stream hatte ich schon mal darüber gesprochen, wie das Urheberrecht und Lizensierungen genutzt werden, um immaterielle Güter (wie Musikstücke) auf Märkten handelbar zu machen. Meine Haltung dazu ist unter anderem beeinflusst von Einschätzungen wie dieser hier zu einem Rechtsstreit zwischen Katy Perry und dem Rapper Flame (bzw. zw. ihren Labels).

Wenn live gespielt werden kann gibt es auch regelmäßig Themen rund um das Leben mit und von Musik, die eher Vlog-förmig sind. Sehr eindrücklich fand ich seinen Beitrag zum Thema Rausch vs. Nüchternheit in wichtigen/intensiven Momenten, die sich meiner Ansicht nach über künstlerische Situationen hinaus auch allgemeiner übertragen lässt (Ich meine, wenn ich etwas gut machen will, tue ich es nüchtern und trinke deshalb grundsätzlich keinen Alkohol im Rahmen des Wahlkampfes).