Woche 21 – TEDx und TED-Ed

Vielen sind die TED-Talks schon ein Begriff, aber was ist das eigentlich? TED ist der Name einer Konferenz, auf der weltweit führende Denker*innen und Macher*innen in 18 Minuten oder weniger aus ihrem Leben und von ihrer Arbeit erzählen. Das Format ist seit Jahren (zurecht) enorm erfolgreich und eine wahre Bereicherung für die Wissenssparte auf YouTube. Besonders deshalb, weil alle Talks unter einer Creative Commons Lizenz veröffentlicht werden und auf diese Weise einfach genutzt werden können, zum Beispiel für Bildungszwecke.

TED steht für Technology, Entertainment and Design, schnell sind aber auch Beiträge aus den Naturwissenschaften, der Wirtschaft, Kunst und zu global relevanten Entwicklungen und Problemstellungen dazugekommen.

TEDx sind lokal organisierte Events nach dem TED-Format, die aber unabhängig von der ursprünglichen Konferenz sind. Die Veranstalter*innen haben freie Hand bei der Auswahl der Sprecher*innen, müssen aber einige Regeln beachten.

TED-Ed sind sehr hochqualitative animierte Kurzlektionen, die aus einer Zusammenarbeit von Wissenschaftler*innen und Künstler*innen der TED-Community entstehen. Die Inhalte sind vielfältig, gut kuratiert unterhaltsam aufbereitet.

Seit sich die Lage in Afghanistan schlagartig (wenn auch nicht überraschend) verschlechtert hat, wird allerorts über Positionierungen zu dem Thema gesprochen. Statt eine flammende Rede über das Versagen der Bundesregierung zu halten (was sicherlich auch nicht verkehrt wäre), möchte ich euch vor diesem Hintergrund den Vortrag der beeindruckenden Politikwissenschaftlerin Erica Chenoweth ans Herz legen. Sie hat die Erfolgsrate gewaltsamer und friedlicher Widerstandsbewegungen untersucht, die zum Ziel hatten, ein staatliches (Gewalt-)Regime zu stürzen. Nicht nur sind von den untersuchten Bewegungen seit 1900 die gewaltfreien deutlich erfolgreicher, der Trend verstärkt sich sogar. Ich habe diesen Vortrag vor Jahren gesehen, er hat mich enorm beeindruckt und prägt seitdem meine Haltung zu solchen großflächigen, komplexen Konflikten. Ich bin überzeugt: Wenn es das Zeitalter, in dem Kriege noch gewonnen wurden, überhaupt je gegeben hat, dann ist es vorbei.

Diese 12 Minuten sind gut investiert! Hier gehts zum Vortrag: The success of non-violent civil resistance

Ihr Buch “Civil Resistance – What Everyone Needs To Know” habe ich mir gestern vorbestellt. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass diese Erkenntnisse auch für die deutsche und europäische Außenpolitik handlungsleitend sind.

Außerdem habe ich noch eine Auswahl von TED-Ed-Ausgaben, die ich cool und unterhaltsam fand:

Aus dem Bereich Gesellschaft und Allgemeinwissen:

Wieso fallen Menschen auf Falschinformationen rein?

Was haben die Goten mit der Subkultur der Goths zu tun?

Warum haben Tiere unterschiedlich lange Lebensspannen?

Wie funktioniert Anästhesie (medizinische Betäubung)?

Spezialthema globale (Land-)Wirtschaft:

Warum ist überall Baumwolle drin?

Wieso bauen wir weltweit so enorm viel Mais an?

“You should know what words mean.”, (eine meiner Lieblingskategorien):

Wann ist etwas “kafkaesque”?

Was ist “Machiavellismus”?

Die Philosophie des Zynismus

Es gibt auch gute Einführungen zu verschiedenen psychischen Krankheiten:

Was ist Schizophrenie?

Was ist Depression?