Woche 20 – Menschine

von Dendemann

In Vorbereitung für das Gastgespräch am kommenden Donnerstag widme ich das Song-Feature diese Woche dem Thema Arbeit. Wir fokussieren uns als Gesellschaft viel zu sehr auf Erwerbsarbeit. Wo die Existenzgrundlage am Job hängt, werden Digitalisierung und Industrie 4.0 plötzlich zur Bedrohung. Was uns eigentlich befreien und das Leben einfacher machen soll, wird zur harten Konkurrenz und setzt uns unter Druck. Die Lösung ist, dass wir einander die Grundbedingungen des guten Lebens zugestehen und leistungslose Schutzräume garantieren, wo jede*r als Mensch grundständig gut aufgehoben ist.

Gleichzeitig spricht Dendemann Entwicklungen auf zwischenmenschlicher und persönlicher Ebene an, die Hartmut Rosa passend zur Bildsprache des Songs Entfremdung oder Verdinglichung nennen würde. Die Verdinglichung in unserem Selbstverhältnis etwa, die unseren Körper zum Gegner macht und sich in endloser Selbstoptimierung und Selbstausbeutung verliert. Oder die Entfremdung im Miteinander, die das Unberührtsein glorifiziert, unseren Blick auf die Bedürfnisse anderer Menschen verstellt und Einfühlsamkeit zu einer Schwäche macht.

Was bedeutet Leistung in unserer modernen Gesellschaft? Was gestehen wir einander einfach so zu, ohne Tests und Konkurrenzkampf? Die Zukunft der Arbeit ist zentral für das gute Leben in der Moderne. Die Tätigkeiten, die wir ausüben (können) und die Art, wie wir untereinander unsere Leistungen bewerten, sind Gradmesser für ein gerechtes Miteinander. Die gerechte Gesellschaft ist eine, die unsere Menschlichkeit in den Mittelpunkt stellt und feiert. Wir sind eben keine Maschinen.

Wenn die Leute wie Maschinen

keine Rente mehr haben,

bleiben am Ende vom Abend

nur die vier Wände und Fragen.

Dendemann