Woche 2 – Vlogbrothers

Hank und John Green sind meine Lieblings-Weltbeobachter auf YouTube und dazu zwei echte Urgesteine der Plattform. Die beiden tauschen wöchentlich 4-minütige Videobotschaften aus, die mich immer wieder abholen, weil sie 1. gut in Worte fassen, was los ist in der Welt, dabei 2. nicht davor zurückschrecken, kollektive und persönliche Missstände zu konfrontieren uns 3. eine informierte, sensible und vor allem menschenfreundliche Sicht auf das Leben kultiviert haben, die mich grundsätzlich inspiriert.

Das Feature kommt noch früh genug im Jahr, dass Johns Beitrag von Mitte Februar noch volle Aktualität hat. Es geht um den Moment, kurz bevor eine schwierige Zeit besser wird und um den wunderlichen Umstand, dass uns voraussehbare Dinge wie der Frühling immer wieder zu überraschen vermögen (wer genau hinschaut kann ein Easteregg von letzter Woche entdecken).

Der konkrete Auslöser für dieses Feature ist aber der letzte Beitrag von Hank darüber, wie viel Hoffnung / gute Gefühle wir uns vernünftigerweise zugestehen sollten.

John hat mir vor ein paar Jahren den für mich bisher besten 4-Minuten-Einblick in das Feld psychischer Erkrankungen gegeben, als er seine OCD-Erkrankung beschrieben hat. Sein Buch, das er erwähnt (Turtles All The Way Down), ist übrigens fantastisch, ich habe es vor Kurzem gelesen.

Und zuletzt: Vor ziemlich genau einem Jahr hat Hank passend zum Beginn einer globalen Ausnahmesituation, die unser Leben seither bestimmt, eine ganze Reihe furchtbar kluge Einsichten ausgedrückt, die mein Denken über das letzte Jahr stark geprägt haben. Es geht um den plötzlichen Verlust von Erwartbarkeit, die Konstruktion von (neuer) Normalität und persönliche Bedürfnisse auf dem Weg von dem Einen zum Anderen.