Woche 17 – Gespenster

von Herrenmagazin

“Gespenster” von Herrenmagazin ist ganz plain und simple ein Lied über Coping-Mechanismen, also über Wege, mit Dingen umzugehen, die für uns schlimm und nicht gut auszuhalten sind. Die Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit ist zermürbend, weil wir häufig erstmal einen Haufen Schaden, Leid und Verlust wahrnehmen und verstehen müssen, um dann im nächsten Schritt bei Lösungen und Möglichkeiten anzukommen, wenn das überhaupt geht.

Ich habe in meinem Studium und außerhalb davon viele Menschen erlebt, die, häufig ganz unbewusst, ihr Blickfeld beschränken und Leid und manche Missstände wie in einem Tunnel ausblenden, weil sie davon überfordert sind. Ich kann es ihnen nicht verdenken. Es ist belastend, was wir hier machen. Auf der anderen Seite kenne ich auch diejenigen, die eine Teillösung, wie Veganismus oder Selbstversorgertum, zum Super-Werkzeug für alle Probleme überhöhen und sich daran festhalten. Beides kann ich nachvollziehen und bestimmt ist mir beides auch selbst schon passiert. Aber beides ist gefährlich, denn es macht uns zu schlechten Entscheider*innen.

Als junger, sensibler Mensch auf dieser Welt, noch dazu im Nachhaltigkeitsbereich, bin ich immer wieder gefordert, über “meinen Anspruch, meinen Maßstab, meine Wünsche [und] meine Träume” nachzudenken, um nicht auf der einen, oder anderen Seite in die Falle zu tappen. Auch mein Blick auf meine Mitmenschen wird immer wieder auf die Probe gestellt. Und ja, es gibt Tage, da läuft das schlecht – dann sehe ich in der Welt nur “Kadaver auf den Seitenstreifen und Gespenster in den Autos”.

Ich werf die Weste in den Staub,

leg mich daneben

und stell mich taub,

ich stell mich taub,

ich stell mich taub.

Herrenmagazin