Woche 16 – Laura Kampf

Wie ich schon in meinem dritten YouTube-Feature vage angekündigt habe, möchte ich hier diese Woche die großartige Laura Kampf vorstellen! Sie lebt in Köln und zeigt seit 5 Jahren Metall-, Holz- und Kreativarbeiten in ihrer Werkstatt und die Entstehung vieler kleinerer und größerer Projekte. Es geht aber nicht nur um das Endprodukt, sondern immer auch um den Prozess und die innere Haltung zum Werkstück und zur Welt außenrum. Warum mache ich das? Was nutze ich dafür? Was will ich damit anfangen? Natürlich ist das Ganze auch ihr Geschäft, aber ich schätze sehr, dass das Verkaufen ganz offenbar nicht die zentrale Motivation ihres Handwerks ist.

Grundsätzlich bin ich gar nicht so sehr Fan von dieser ganzen DIY/Upcycling-Bewegung, die gerade in der Nachhaltigkeits-Community überall präsent ist. Ich habe in meinem Leben schon weit mehr auf schlecht zusammengebastelten Palettenmöbeln gesessen, als mir lieb ist. Die meisten Upcycling-Ideen, die ich je gesehen habe, machen leicht vermeidbaren Müll zu “etwas anderem Müll”, anstatt das Problem an der Wurzel zu packen, oder ein wirklich cooles, brauchbares, schönes Ergebnis zu produzieren. Der Hauptgrund für meine Abneigung zu DIY liegt aber wohl darin, dass ich es einfach nicht gut kann. Selbermachen ist für mich nur dann geil, wenn es am Ende auch gut wird und da hab ich meistens einfach nicht genug drauf.

Zurück zu Laura, die hat es nämlich drauf! Wahrscheinlich kann ich ihrer Arbeit deshalb so viel abgewinnen, weil sie DIY zu Ergebnissen bringt, die ich ganz unverholen schön und beeindruckend finde. Außerdem sind neben dem Handwerk auch das Videoediting, der Aufbau des Kanals und die Etablierung ihrer Marke wirklich gut gemacht. Sie dokumentiert die ständigen Verbesserungen an ihrer Werkstatt, etwa durch schwere Lagerkonstruktionen, oder die Anschaffung eines Gabelstaplers. Sie denkt sich praktische Gadgets aus, wie ein tragbares Podcaststudio oder eine super gut designte Werkzeugtasche für ihr Motorrad, baut aber auch ab und zu ganze Camper um (Playlist).

Ein super Beispiel dafür, was ich oben zum Thema Haltung gesagt habe, ist meiner Meinung nach diese Aktion von Laura: Bei einem Spaziergang ist ihr eine kaputte Bank an einem super Spot am Rheinufer aufgefallen und sie hat kurzerhand entschieden, das Ding im wahrsten Sinne des Wortes aufzumöbeln und wieder an seinen Platz zu stellen. Knapp zwei Monate später kam die Nachricht, dass ein paar Leute das schöne Stück zerhauen und durch die Gegend geworfen haben. Was tun? Sie nimmt die Bank mit, baut sie schöner und stabiler wieder auf und stellt sie wieder zurück.

Imagine a world where things are repaired one more time than they are broken.

Laura Kampf

Boom – more power to you, Laura!