Woche 15 – History Matters

Es ist halb 2 Uhr nachts und ich schaue mir an, was Leon Trotzki angestellt hat, nachdem er ins Exil gegangen ist. Was ist hier passiert? Die Antwort: “History Matters”. Gute Skripte mit dem richtigen Tempo, Animation on point, trockener Humor – genau mein Ding. Und eben so eine typische “Eine Folge noch”-Falle, aber im positiven Sinne 😉

Wie bei vielen erfolgreichen Projekten auf YouTube hat sich auch dieses Format mit der Zeit entwickelt. An der Kanal-URL kann man noch sehen, dass der ursprüngliche Name “Ten Minute History” war. Ein junger Brite fasst in zehn Minuten pointiert geschichtliche Zusammenhänge zusammen. Das Ganze ist sowohl als Einleitung, als auch zur Wiederholung gedacht, vor allem für Schüler*innen. Vor zwei Jahren kommt dann der Wechsel zu kürzeren Videos á zweieinhalb bis viereinhalb Minuten, um die Aufmerksamkeitsspanne nicht so sehr zu strapazieren. Drei Monate später gibt es eine letzte Revision: Bessere Thumbnails und die Folgen orientieren sich nun in der Regel an einer pointierten Frage, die im Video beantwortet wird.

Fertig ist eine unterhaltsame Videoserie, die gerade deshalb erfolgreich ist, weil sie Geschichte nicht vollständig abbilden will, sondern bewusst Themen eingrenzt. Lernen wird so organisiert, wie Lernen im Kern funktioniert: Frage und Antwort. Was ich an diesen Videos besonders schätze, ist der differenzierte Blick auf die Motivation hinter politischen Entscheidungen und geschichtlichen Ereignissen unabhängig von Zeit und Ort. Menschen entscheiden sich für das Verhalten, das ihnen sinnhaft erscheint, tun das, wovon sie überzeugt sind und ignorieren, was and ihrer Lebenswirklichkeit vorbei geht. Im Nachhinein sieht das dann oft bescheuert und unvernünftig aus. Diese Perspektive finde ich mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und politische Entscheidungen wertvoll.

Mal geht es um “klassische” historische Themen, wie Staaten, Grenzen und Kriege:

Mal geht es um allgemeine Fragen zu einem bestimmten Phänomen in einer bestimmten Zeit:

Ich finde auch den Blick von außen auf die (im weiten Sinne) deutsche Geschichte interessant: