Lebenslauf

Claas Fiete Goldenstein

Claas Fiete Goldenstein

Geboren am 17.04.1993 in Stade

Grünes Mitglied seit Sommer 2019

Bildungsweg

Ich war im ersten Jahrgang des G8-Abiturs in Niedersachsen. Das Überspringen der 10. Klasse hat mir zeitlich also wenig genützt und ich habe im Doppeljahrgang 2011 meinen Abschluss gemacht. Anschließend habe ich als letzter Jahrgang meinen Wehrdienst verweigert und den neu geschaffenen Bundesfreiwilligendienst geleistet. Statt das Fremde in der Ferne zu suchen, wollte ich vor Ort kennenlernen, was mir bisher fremd geblieben war. Betreut durch das Diakonische Werk habe ich also ein Jahr in einer Tagesbildungsstätte der Lebenshilfe Stade e.V. gearbeitet.

Mein Bachelorstudium in Lüneburg war breit gefächert. Ziel war es, „Nachhaltigkeit“ mit Sinn zu füllen und mich für Vermittlerpositionen zwischen verschiedenen Fachdisziplinen und der Gesellschaft zu qualifizieren (Politik zum Beispiel). Neben Ökologie und Chemie habe ich Vorlesungen und Seminare in Politik, Recht und Planung besucht, aber auch in Wirtschaft, Psychologie, Management und Kommunikation. Mir war schnell klar, dass Nachhaltigkeit im Kern mit Gerechtigkeit und gutem Leben zusammenhängt. Deshalb habe ich mich früh für die Grundbedingungen guten menschlichen Lebens interessiert und meine Bachelorarbeit über das bedingungslose Grundeinkommen geschrieben. Im Master in Kiel habe ich diesen philosophischen Zugang vertieft: Gerechtigkeitstheorie, Umweltethik und politische Ökonomie waren meine Schwerpunkte. Meine Masterarbeit habe ich über die Resonanztheorie des Jenaer Soziologen Hartmut Rosa geschrieben.

[2017-2020] Studium der Praktischen Philosophie der Wirtschaft und Umwelt (M.A.) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
[2014-2020] Stipendiat der Heinrich Böll Stiftung
[2012-2017] Studium der Umweltwissenschaften/ Wirtschaftspsychologie (B.Sc.) an der Leuphana Universität Lüneburg
[2011-2012] Bundesfreiwilligendienst bei der Lebenshilfe Stade e.V., Betreuung von acht Schüler*Innen u. a. mit Schwerst- und Mehrfachbehinderung in einer Tagesbildungsstätte
[2011]   Abitur am Gymnasium Athenaeum Stade

Ehrenamt

Ich habe ein Zehntel meines Lebens auf Kinder- und Jugendfreizeiten im Zelt oder auf einem Boot verbracht. Ich bin stark durch das Zeltlager geprägt, das meine Eltern seit über 30 Jahren leiten und habe jeden Sommer vier Wochen auf einem Zeltplatz gelebt, erst am Plöner See, dann später in Ratzeburg. Gruppenleiter auf diesen Freizeiten zu werden, war für mich selbstverständlich und die Arbeit ist mir bis heute wichtig. Hier durfte ich Verantwortung übernehmen und konnte effektive Kommunikation üben. Hier habe ich meine ersten zwei Wochen ohne Fleisch ausprobiert und kochen gelernt. Mit diesem Hintergrund bin ich früh in die Verbandsstruktur und Gremienarbeit der Evangelischen Jugend eingestiegen.

Als Vorsitzender der Landesjugendkammer war meine Rolle eine besondere. Neben klassischen Nachhaltigkeitsthemen war mein Schwerpunkt die sensible und bewusste Sprache im Verband. Ich hatte mich mit 14 Jahren gegen die Konfirmation entschieden und habe an Stellen eingehakt, wo der Verband Gefahr lief, Menschen entlang von Frömmigkeitsvorstellungen auszugrenzen. Diese Stimme „von außen“ habe ich auch in die Landessynode eingetragen, das leitende Parlament der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche, in das ich als erster Jugenddelegierter berufen wurde. Mein gesamtes erwachsenes Leben habe ich mich durch die Gremienarbeit auf Landesebene bewegt und die verschiedenen Tätigkeiten immer als ein studienbegleitendes Langzeitpraktikum verstanden.

[2013-2019] Erster Jugenddelegierter in der 24. Landessynode der Ev. Luth. Landeskirche Hannovers (kirchenleitendes Parlament), dort Mitarbeit im Öffentlichkeitsausschuss, sowie im Umwelt- und Bauausschuss
[2008-2019]  Mitarbeiter der „Stader Flotte“; Erlebnisorientiertes Konfirmand*innen-projekt (Segeln auf dem Ijsselmeer), ab 2011 Bootsleitung
[2007-2019]   Gruppenleiter zweier Kinder- und Jugendfreizeiten im Jahr á jeweils 2 Wochen, ab 2017 Küchenleitung
[2011-2015]  Delegierter in der Landesjugendkammer der Evangelischen Jugend, ab 2012 Vorstandsmitglied, ab 2013 Vorstandsvorsitzender; Arbeitsschwerpunkte: Nachhaltigkeit, Ausgrenzung durch Sprache, Kindeswohlgefährdung
[2009-2012] Verbands- und Gremienarbeit (Evangelische Jugend) im Elbe-Weser-Raum
[04/2008]  Erwerb der Jugendleitercard (JuLeiCa) bei der Evangelischen Jugend Stade
[2007-2012]  Gestaltung von Jugendgottesdiensten, ab 2010 Bandleitung
[2007-2009]  Meutenführer (Gruppenleiter) im Pfadfinderstamm Hasko e.V. Stade