Grundsätze

Ich bin in eine merkwürdige Zeit hineingeboren. Die moderne Gesellschaft steigert gleichzeitig die Möglichkeiten des Lebens und den Druck auf seine natürlichen Grundlagen. Es ist noch keine Lebensweise gefunden, mit der wir die Errungenschaften der Moderne langfristig (etwa über das Ende dieses Jahrhunderts hinaus) unterhalten können. Unsere Generation muss sich diese Lebensweise ausdenken. Das zentrale Leitbild dafür ist Nachhaltigkeit.

Umwelt:

Nachhaltigkeit bedeutet, dass die größten existenziellen Bedrohungen der Menschheit, der Klimawandel und das Artensterben, bis zur Mitte des Jahrhunderts ausgebremst sind. Der notwendige Aufwand ist immens und muss international organisiert werden. Deutschland spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Wirtschaft:

Nachhaltigkeit erfordert ein Verständnis von Wirtschaft, das natürliche Prozesse und Fürsorgetätigkeiten als produktive Kräfte begreift und den Widerspruch von „Wirtschaftlichkeit“ und offensichtlicher Zerstörung auflösen kann. In diesem Zuge steht auch eine Neubestimmung des Arbeitsbegriffes an. Das Aufbrauchen endlicher Ressourcen muss mittelfristig stark verlangsamt werden, ebenso der Eintrag von Schadstoffen in die natürliche Umwelt.

Soziale Sicherung:

Nachhaltigkeit gelingt deutlich schneller, wo Menschen frei von Angst und Zwang ein selbstbestimmtes Leben in Gemeinschaft mit anderen führen. Verschiedene Krisen legen die Notwendigkeit offen, für ein soziales Sicherungssystem, welches die grundlegenden Lebensbedürfnisse aller Menschen in Deutschland umfassend garantiert. Mit dem Aufbau dieses Sicherungssystems können und müssen wir in dieser Legislaturperiode beginnen.

 

Ich bin Feminist

Feminismus bedeutet für mich, dass ich aktiv an der gemeinsamen Emanzipation von stereotypen Fremdzuschreibungen und sozialer Herrschaft mitarbeite, von der wir alle profitieren. Dabei solidarisiere ich mich insbesondere mit Personen anderer Geschlechter und LGBTIQ* (Allyship).

Ich bin Antifaschist

Zu Beginn dieses Jahres sind die USA (eine der ältesten Demokratien der Welt) offen mit dem Faschismus ihrer eigenen Bevölkerung kollidiert. Auch in Deutschland und Europa gewinnen antidemokratische Gruppen und Parteien an Macht und besetzen Entscheidungspositionen und politische Ämter. Es ist unsere Aufgabe, Faschist*innen aus gesellschaftlichen Machtpositionen und aus dem politischen Prozess auszuweisen.

Ich bin Christ

Familiär und gesellschaftlich bin ich in christlichen Bezügen aufgewachsen. Ich bin kein frommer Mensch, trage aber die Gleichwertigkeit unter den Menschen, Gewissensfreiheit und eine demütige Weltanschauung als christliche Werte in meine politische Arbeit ein. Die Organisation der Kirche halte ich für reformbedürftig, schätze sie aber als gesellschaftliche Institution.

Ich bin Institutionalist

Die Probleme unserer Gesellschaft sind überwiegend systemisch, nicht moralisch. Klimawandel, wirtschaftliche Ausbeutung und Rassismus bedrohen uns nicht, weil die Menschen schlecht sind, sondern weil die Organisation unserer Gesellschaft häufig schlechte Entscheidungen begünstigt. Kurz: Statt die Menschen zum Kaufen plastikfreier Shampoos zu erziehen, möchte ich an einem Gesetz arbeiten, das Mikroplastik in Shampoos verbietet.